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Chronik

Der TuS 09 im Wandel der Zeit - 100 Jahre Vereinsgeschichte Von Dieter Ackermann Die Euphorie war groß, nachdem 28 Personen am 20. Juni 1909, im Gasthaus von Karl Preisel (heute Haus Englicht in der Naheweinstraße), den Turnverein Schweppenhausen aus der Taufe gehoben hatten, denn schon drei Tage später, fand eine Vollversammlung statt, in der sich mehrere Mitglieder bereiterklärten dem Verein Strohmatten, Sprungbretter und Sprungständer zu schenken. Gleichzeitig wurde der Kauf eines Recks und später eines Barrens für 110 Goldmark beschlossen.Den ersten Vorstand in der Vereinsgeschichte bildten Vorsitzender Karl Pfeifer, sein Stellvertreter Friedrich Steyer, die Turnwarte Paul Wüster und Philipp Hofmann. Schriftwart war Anton Maurer, Kassenwart Fritz Winckler und Zeugwart Karl Preisel.Kam ein Vorstandsmitglied zu spät zur Versammlung, mußten zehn Pfennig Strafe gezahlt werden.Eine Spendeaktion für den Verein, die von der Könglichen Regierung Koblenz am 4. Dezember 1909 genehmigt wurde, ergab 52.20 Goldmark.Der Versicherungsbeitrag für die Vereinsmitglieder betrug 1.20 Mark und mußte aus eigener Tasche bezahlt werden.Der Turnverein war schnell über die Grenzen der Gemeinde hinaus bekannt und bei turnerischen Veranstaltungen überaus erfolgreich.Eine Gesangsriege die beachtliches Können bewies, trug dazu bei, dass der Verein Mittelpunkt des sportlichen, kulturellen und nationalen Lebens in der Gemeinde wurde. Öfters mußten die jungen Turner ermahnt werden, nach den Übungsstunden „nicht lärmend oder sogar Unruhe stiftend“ sonden „gesittet“ nach Hause zu gehen (es hat sich nichts geändert)Am 2. Juli 1911 wurde die für 300 Goldmark in Bonn erworbene Fahne geweiht, die leider in den Wirren des Zweiten Weltkrieges verloren ging.Im März 1912 beschloss der Gemeinderat dem Turnverein am vorderen Teil der Bleiche (heute Guldenbachstraße), bis zu den dortigen Kirschbäumen ein Grundstück als Turnplatz zu überlassen, der auch den beiden Schulen für den Sportunterricht zur Verfügung stand. Bei schlechtem Wetter wurde im „Backhaus“, dem ehemaligen Gemeindehaus (heute Haus Schönewald in der Naheweinstraße), geturnt. Der Erste Weltkrieg setzte dem in voller Blüte stehenden Vereinsleben ein jähes Ende. Hoffnungsvoller Neuanfang Wigand Winckler, der am 27. Juni 1914 zum Nachvolger von Karl Korell zum Ersten Vorsitzenden gewählt wurde, rief am 3. April 1919 die aus dem Krieg heimgekehrten Turner zusammen und wurde wieder zum Vorsitzenden gewählt.Eine Kapelle, eine Gesangs- und Fußballriege sowie eine Theatergruppe wurden gegründet. Ein Kreis-, Bezirks- oder Gauturnfest ohne die Turner aus Schweppenhausen war damals undenkbar.Am 28. Januar 1928 übernahm Karl Götz den Vorsitz von Karl Faust und am 12. Juli 1931 ging eine gleichberechtigte Damenriege an den Start. Am 6. September des gleichen Jahres, richtete der Verein das Gau-Turnfest aus, ein erster großer Höhepunkt im Vereinsleben.Wilhelm Schuster löste am 13. Mai 1933, Karl Götz als Vorsitzenden ab. Beim Turnfest in Waldhilbersheim, dem heutigen Guldentaler Ortsteil, nahmen 19 Turner aus Schweppenhausen teil und errangen 19 Preise.Der Zweite Weltkrieg lies das sportliche Geschehen im Ort vollständig erlöschen. Am 3. Juni 1950 war es soweit. Im Gasthaus "Zur Pfalz" von Nikolaus Bubach, wurden der Turnverein 09 und der frühere Sportverein "Schwarz-Weiß" zum heutigen "Turn- und Sportverein 1909 Schweppenhausen" verschmolzen. Spontan traten 40 Personen dem neuen Verein bei und wählten Rudolf Steyer zum Vorsitzenden, Toni Lorenz zum Geschäftsführenden Vorsitzenden und Jugendleiter, sowie Peter Keber und Willi Konrath zu Geschäftsführern. Kassenwart wurde Alois Machwirth. Als Beisitzer fungierten Peter Hoffmann, Peter Schug und Heinrich Umbs. Fußballwart wurde Nikolaus Bubach, Turnwart Johann Mattes und Zeugwart Werner Wilhelm. Erstmals in der Vereinsgeschichte wurde eine Fußballmannschaft gegründet, die sich auf dem als "Wasserloch" berüchtigten Gelände am heutigen Friedhof packende Spiele lieferte.Kontinuierlich stieg die Zahl der Mitglieder und es entstanden weitere Abteilungen wie Turnabteilung mit Jugendgruppe, eine Leichtathletikabteilung mit Schülernachwuchs sowie eine Faustball-, Schach- und Wanderabteilung. 1953 komplettierte eine Turn-Damenriege und die weit über die Grenzen der Region hinaus bekannte Volkstanzgruppe die Vereinsaktivitäten.Am 23. Mai 1955 wurde der Verein mit der Nummer 47 in das Vereinsregister beim Amtsgericht Stromberg eingetragen und heißt seitdem "TuS 09 e.V. Schweppenhausen".In mühevoller Arbeit, unterstützt von vielen ehrenamtlichen Helfern aus der Gemeinde, die Gerätschaften, Traktore und Hänger zur Verfügung stellten, den Schulkindern die fleißig Steine einsammelten und den Amerikanern, die mit eine Planierraupe halfen, wurde der Sportplatz am "Kallenberg" 1957 planiert, eingesät und 1958 eingeweiht.1950 hatte man bereits mt den Grundstückseigentümer Hartwein, Kannengießer, Krämer, Lenhard, Maurer, Machwirth, Sinß, Steyer und Gundlach aus Windesheim, entsprechende Verträge abgeschlossen, aber erst am 14. November 1956 beurkundet. Schulkinder pflanzten 80 Pappeln. Zur späteren Umzäunung steuerte der Südwestdeutsche Fußball-Verband (SWFV) 3 500 Mark bei. Um den Rasen des Sportplatzes zu schonen, wurde in den 90er Jahren, größtenteils in Eigenleistung, auf dem oberhalb liegenden Gelände ein Trainingsplatz mit Flutlichtanlage angelegt. Vom 31. Mai bis 7. Juni 1959, feierte der TuS 09 mit dem ganze Dorf und vielen Gästen sein 50jähriges Vereinsjubiläum. Abgeschlossen wurde die Festwoche mit einem großen Faustballturnier.Die Leichathletikabteilung hatte schon drei Mal erfolgreich die Kreis-Waldlaufmeisterschaften ausgerichtet.Ein toller Erfolg war die Auszeichnung von Hermann Herder, der als Landesjugendmeister, in Mainz mit der Landesehrennadel des Leichtathletikverbandes Rheinland ausgezeichnet wurde. Da sich das sportliche Leben weitgehend auf dem Sportplatz abspielte, machte sich schon bald die fehlende Flutlichtanlage bemerkbar, die 1970 installiert werden konnte. Ein weiterer Schritt nach vorn im Vereinsleben, war die Gründung der Wanderabteilung am 8. November 1971 im Gasthaus "Zum Bahnhof". Bis heute wurden 54 Internationale IVV-Wandertage mit Start und Ziel in der Schlossgartenhalle ausgerichtet, wobei Tausende von großen und kleinen Wanderer den Weg nach Schweppenhausen fanden. Oft wurden über 3 000 Teilnehmer gezählt. Sie alle waren von den angebotenen Wanderrouten über fünf-, zehn-, 20-, 30- und sogar 42 Kilometern, rund um Schweppenhausen begeistert. Die Abteilung selbst, war über Jahre hinweg mit starken Abordnungen überall im Land (1975 in Tiefenbach mit 68 Teilnehmern), bei Wandertagen und Marathonveranstaltungen präsent. So auch in Dillingen/Saar, wo ein 10. Platz bei der Mannschaftswertung heraussprang und in Unna. Herausragend dabei die Gruppe, die mit 20 Teilnehmern unter 4 500 Startern in Biel in der Schweiz die stärkste ausländische Gruppe stellte und erfolgreich die 100 Kilometer-Strecke meisterte.Unter der Führung von Abteilungsleiter Peter Voss, gehörte der TuS auch zu den Mitbegründern des Hunsrückweitwanderweges "Auf Schinderhannes Pfaden", der über eine Strecke von 160 Kilometern verfügt und am 1. Mai 1985 mit Start und Ziel in Weiler bei Bingen, vom rheinland-pfälzischen Innenminister Kurt Böckmann feierlich eröffnet wurde. Inzwischen hat man das Wegenetz auf 240 Kilometer erweitert. Vereinsleben von Vielfalt geprägt In den Jahren 1950 bis 1955 feierte die Turnabteilung große Erfolge. Die Turner, Jungturner, Schüler, Damen und Schülerinnen nahmen nicht nur an den Turnfesten der näheren und weiteren Umgebung teil, sondern luden jährlich auf "Steyersch Wiss" zum Sommerturnfest ein. Über viele Jahre richtete der TuS, gemeinsam mit dem Gesangverein Frohsinn die Kirmes aus und war und ist bis heute maßgeblich am gesellschaftlichen Leben in der Gemeinde beteiligt.Am 21. und 22. Juni 1969, feierte der Verein unter seinem Vorsitzenden Heinz Germeroth und Ortsbürgermeister Karl Lenhard, sein 60jähriges Jubiläum im Festzelt auf dem Schulhof.1973, beerbte Helmut Drees, Wilhelm Schuster als Vereinsvorsitzender. Der Bau eines Vereinsheimes wurde beschlossen, die Zahl der Mitglieder stieg auf über 250.1978 übernahm Joachim Tybussek das Ruder. Unter seiner Führung wurde das Vereinsheim gebaut, wobei viel an Eigenleistung erbracht wurde.Im Mai 1982 konnte im Beisein des TuS 09 Ehrenvorsitzenden Toni Lorenz, das schmucke Clubheim eingeweiht werden. Meta Schaad (90) fand nachdenkliche Worte, denn schließlich wurde der Sportverein "Schwarz Weiß", im Gasthaus ihrer Eltern gegründet.1983 legte Tybussek den Vorsitz aus beruflichen Gründen nieder. Es folgte Karl-Gerhard Sinß. Im gleichen Jahr feierte die Damen-Gymnastik-Abteilung ihr 25jähriges Bestehen. Vom 19. Mai bis 1. Juli 1984, wurde der 75. Geburtstag des TuS 09 gebührend gefeiert. Neben zahlreichen Fußballspielen wobei die "Alten Herren" die "Veteranen" aus Zelem (Belgien) zu Gast hatten, gabs einen Bunten Abend sowie ein großer Kommersabend in der Schlossgartenhalle. Die Fußball-Dorfmeisterschaft wurde zum zweiten Mal ausgetragen.Marie-Luise Landwermann löste 1990 Karl-Gerhard Sinß als Vorsitzenden ab.Seit März 1994, steht Dieter Ludwig an der Vereinsspitze.Küche und Lagerraum des Vereinsheimes wurden 1991 für 25 000 Mark erweitert und das Dach 1993 saniert. Unter Dierk Denker bildete sich eine Gruppe die Volleyball spielte.Die Turnabteilung wuchs um mehrere Gruppen. Es gibt Mutter - Kind Turnen, eine Damen-Gymnastikgruppe, aber auch Kleinkinder, Schülerinnen und Schüler, Jungs und Mädchen, haben im TuS 09 eine sportliche Heimat gefunden. Kontakt Petra HeepBergstr. 15a55444 SchweppenhausenTel. 06724/8200petraheep59@web.de(RP)

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